Blog-Archiv

Die Kulturprägende Kraft des Zweiten Vatikanischen Konzils

Petersplatz in Rom, Foto: Wikimedia Commons

Heute vor fünfzig Jahren wurde das Zweite Vatikanische Konzil in Rom eröffnet. Der Deutsche Kulturrat, Spitzenverband der Bundeskulturverbände, befasst sich zum 50. Jahrestag des Zweiten Vatikanischen Konzils mit dessen kulturprägender Kraft. weiterlesen

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Nachgefragt: Kultur.Markt.Entwicklung. – Impulse aus der Kreativwirtschaft für die Internationale Zusammenarbeit

Impressionen der Eröffnung der Ausstellung "Vielfalt-Impuls für Entwicklung" zur Expo Diversité 2010, Algerien"; Fotograf: Ralf Bäcker

Am 25. und 26. September findet die Konferenz „Kultur.Markt.Entwicklung. – Impulse aus der Kreativwirtschaft für die Internationale Zusammenarbeit“ in Bonn statt, die von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) in Kooperation mit dem Deutschen Akademischen Austauschdienst (DAAD), der Deutschen Welle, dem Goethe-Institut und dem Institut für Auslandsbeziehungen (ifa) realisiert wird.

 kulturstimmen.de: Worum geht es bei der zweitägigen Konferenz und an wen richtet sie sich?

Randa Kourieh-Ranarivelo: Weltweit zählt die Kultur- und Kreativwirtschaft zu einem der dynamischsten Wirtschaftszweige überhaupt. Aber wie lässt sich das Potenzial, das sich damit verbindet, für die internationale Zusammenarbeit nutzen? Die Arbeitsgruppe Kultur und Entwicklung (DAAD, Deutsche Welle, GIZ, Goethe-Institut, ifa) möchte diese Frage im Rahmen der Konferenz zur Diskussion stellen. Gleichzeitig will sie die Synergien von Entwicklungszusammenarbeit und Auswärtiger Kultur- und Bildungspolitik nutzen, um die Kraft, die in der Kultur- und Kreativwirtschaft in Partnerländern des Südens steckt, zu mobilisieren, die dort durch fehlende Rahmenbedingungen noch oft nur marginal zur Geltung kommen kann. Die Konferenz richtet sich an nationale und internationale Kulturschaffende, Bildungspraktiker/innen und Institutionen weiterlesen

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Bildungsbürgertum, Künste und die Politik

Jens-Robert Schulz; pixelio.de

Schwindendes Bildungsbürgertum als Chance für Abkehr von kunstreligiöser Ideologie

Von Max Fuchs

Deutschlands Weg in die kulturelle, soziale und politische Moderne hatte einige Stolpersteine. Während es im Bereich der ökonomischen Modernisierung gelang, sich in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts durchaus forciert durch die erheblichen Reparationszahlungen Frankreichs nach dem Deutsch-Französischen Krieg 1870/1872 – einen Platz unter den führenden Nationen weltweit zu erkämpfen (»Gründerzeit«), blieb in den Feldern des Kulturellen, des Sozialen und vor allem des Politischen die Modernisierung erheblich zurück: Das politisch chronisch erfolglose Bürgertum hatte bei keiner der Revolutionen und Reformen einen anderen westlichen Nationen vergleichbaren Platz an der Macht erobern können. Das Wilhelminische Kaiserreich bietet daher eine eigenartige Mischung von fortschrittlicher Wissenschaft und einem Bürgertum, dessen höchste Auszeichnung die Verleihung eines Adelstitels war. Der konservative Historiker Thomas Nipperdey versuchte zwar, dem Eindruck einer auf der ganzen Linie rückständigen Gesellschaft entgegenzuwirken, indem er darauf hinwies, sie sei eine dynamische Leistungsgesellschaft, geprägt von kultureller Liberalität, regional ausdifferenziert, politisch-kritisch mit einer Vielzahl von Reformbewegungen (Nachdenken, 1991, S. 212 ff.). Doch verwenden kulturgeschichtliche Darstellungen (zum Beispiel Glaser: Kultur, 1984, S. 7 ff.) andere Kategorien: Verwirrung aufgrund von Sinnverlust; Verängstigung angesichts des Verlustes religiöser Gewissheit; Verlust der Geborgenheit angesichts des Fortschritts. Verlusterfahrung scheint eine zutreffende Signatur des Zeitalters zu sein. weiterlesen

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Die Religion, die Kultur und die Politik Überlegungen zu einer aktuellen Debatte

Von Max Fuchs

Dieter Schütz pixelio.de

Die „Rückkehr der Götter“ war vor einigen Jahren der Titel einer schönen Ausstellung in Berlin zur antiken Mythologie. Gott oder vielmehr Götter kommen aber nicht nur im Museum, sondern offenbar auch in der Gesellschaft verstärkt zurück. Zumindest scheint es ein neu erwachtes Interesse an der Religion und am Glauben generell zu geben.

Das überrascht, denn man hat sich schon fast daran gewöhnt, dass die moderne Gesellschaft eine säkulare Gesellschaft ist. Immerhin hat Max Weber davon gesprochen, dass ein wesentliches Kennzeichen der Moderne die „Entzauberung“ ist, die Durchsetzung der Vernunft in allen Bereichen unseres Lebens, der endgültige Triumph der rationalen Wissenschaft nach einem jahrtausendelangen Kampf zwischen Glauben und Wissen. Doch sind Fragezeichen angebracht. Denn immerhin wird – wenngleich unter der extrem einengenden und verzerrenden Perspektive des Terrorismus – seit über zehn Jahren über die Rolle des Islam und seit kurzem auch über die Gewaltorientierung eines christlichen Fundamentalismus diskutiert. Auch wenn die Ausrichtung dieser Debatte stört: Immerhin ist auch dies ein Beleg für die anhaltende Relevanz der Religionen. weiterlesen

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Türkei – Modell für die arabischen Länder

Von Reinhard Baumgarten

Seit Anfang des Jahres spricht die ganze Welt vom „arabischen Frühling“. Die Menschen in Tunesien, Ägypten und Libyen haben sich ihrer langjährigen autokratischen Herrscher entledigt. Im Jemen und in Syrien halten Demonstrationen und Rufe nach Regimewechsel an. In die Jahrzehnte währende Stagnation der arabischen Länder ist Bewegung gekommen. Endlich. Aber leider spät. Möglicherweise zu spät.

Die Bezeichnung „arabischer Frühling“ ist ein Euphemismus. Die Entwicklung in diesen Ländern ist besorgniserregend. Von demokratischem Aufbruch kann bislang keine Rede sein. Wie auch? Demokratie ist nur möglich, wenn die Voraussetzungen dafür geschaffen werden. Neben einem mündigen Volk bedarf es dazu wirtschaftlicher Perspektiven und zivilgesellschaftlicher Strukturen. Deren Aufbau und die Herausbildung eines demokratischen Bewusstseins in allen Teilen der Bevölkerung werden Jahre, wenn nicht Jahrzehnte dauern. Ägypter, Tunesier und Libyer können nicht die Demokratiemodelle von Deutschland, Frankreich oder Belgien kopieren. Sie müssen ihre gesellschaftlichen, kulturellen, geschichtlichen und religiösen Eigenheiten berücksichtigen und eigene demokratische Profile entwickeln. weiterlesen

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Netzdebatte: Die Publikation “Digitalisierung: Kunst und Kultur 2.0″ jetzt kostenlos erhältlich

Die Debatte um einen angemessenen wie praktikablen Umgang mit Urheberrechten im Internet wird aktuell durch den sehr strittigen Leitantrag von Bündnis 90/Die Grünen in der Öffentlichkeit stark diskutiert. Bislang fällt es der Politik offensichtlich sehr schwer, eine Brücke zwischen der sogenannten Netzpolitik und der Kulturpolitik zu schlagen. Während Teile der Politik die Interessen der Künstler durch inakzeptable Vorschläge zugunsten unterstellter Wünsche von Internetnutzern über Bord werfen, setzen sich Künstlerverbände für die Verbesserung der Rahmenbedingungen von Kunst- und Kulturschaffenden im Internet ein.

Die Sicherung der Rechte der Urheber in der digitalen Welt ist keineswegs von gestern, sondern ist das zentrale Anliegen für den Deutschen Kulturrat, denn schließlich geht es um die Persönlichkeits- und wirtschaftlichen Rechte der Künstlerinnen und Künstler. Der Akzeptanzverlust des Urheberrechts, der laut Leitantrag der Grünen in weiten Teilen der Bevölkerung vorherrscht, ist in unseren Augen vielmehr ein Wissensdefizit. weiterlesen

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Kulturmonitoring • Von Wolfgang Bogner

Screenshot der Auswertungen

Für viele Regionen haben Kultureinrichtungen eine große Bedeutung – nicht nur für das Selbstverständnis und die Identifikation der eigenen Bevölkerung, sondern auch für den Tourismus. Dies gilt vor allem für die Großstädte.

Auch aus diesem Grund wird viel (öffentliches) Geld in diese Institutionen investiert. Doch wird dieses Geld auch richtig investiert? Um dies zu beurteilen, muss man die Strukturen der Kulturbesucher und deren Wünsche und Bewertungen des Angebotes kennen. Dies ist nicht immer der Fall: Solche Erhebungen werden entweder überhaupt nicht oder von den Institutionen (die das Geld bekommen) selbst durchgeführt. weiterlesen

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Heute würde Luther twittern

Lutherstube

Reformation und Neue Medien • Von Johannes Süßmann

Auf den ersten Blick erscheinen Luthers Äußerungen als Inbegriff von Authentizität. Wenn jemand „amore et studio elucidande veritatis“ spricht, „aus Liebe zur Wahrheit und dem Eifer, sie erscheinen zu lassen“ (so die ersten Worte der 95 Thesen von 1517), dann verpflichtet er sich selbstlos auf höhere Werte. Wenn er seine Ausführungen mit „Jesus“ beginnt und mit „Amen“ beendet, (so in „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ von 1520), dann adressiert er den Allerhöchsten mit, vor dem nichts verborgen bleibt. Und wenn jemand unter Lebensgefahr sagt, er könne nicht gegen sein Gewissen sprechen, „Gott helfe mir, Amen!“ (so in dem Bericht über das Verhör vor dem Wormser Reichstag 1521), dann ist dies existenziell beglaubigt. Jeder Hintergedanke wird durch solche Rahmungen ausgeschlossen. Als unmittelbare Bekenntnisrede kommt Luthers Sprache uns entgegen. So hat sie im Deutschen stilprägend gewirkt. weiterlesen

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Kulturelle Menschenrechte in Deutschland – Umsetzung und Kontrolle • Von Max Fuchs

Eine-Welt-Skulptur mit Spiegelbild am UN-Gebäude in New York

Die Vereinten Nationen werden in der öffentlichen Meinung in erster Linie mit Blauhelmen und dem Sicherheitsrat in Verbindung gebracht. Dort werden die Entscheidungen getroffen, wo militärisch interveniert wird, gegen welchen Diktator Sanktionen ausgesprochen werden oder wo man es dann doch besser der Nato überlässt.

Gelegentlich rücken aber auch andere Organe, Personen oder Unterorganisationen in den Mittelpunkt des Interesses. Wenn etwa ein Deutscher (wie Klaus Töpfer) erfolgreich einige Jahre von Kenia aus ein wichtiges UN-Programm geleitet hat, wenn ein deutsches Staatsoberhaupt vor der Vollversammlung sprechen darf – oder wenn ein Sonderbotschafter Deutschland besucht. weiterlesen

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