Kinder zum Olymp!

© Kulturstftung der Länder / Foto: Stefan Gloede

Im Rahmen ihrer Bildungsinitiative Kinder zum Olymp! ruft die Kulturstiftung der Länder jedes Jahr bundesweit zu einem Wettbewerb für Schulen auf. Über die Idee und Zielsetzung des Wettbewerbs berichtet die Projektleiterin Dr. Margarete Schweizer im heutigen Kurzinterview.

kulturstimmen.de: Kinder zum Olymp! findet dieses Jahr zum neunten Mal statt. Vor welchem Hintergrund wurde der Wettbewerb ins Leben gerufen wurde und wie hat er sich in den vergangenen Jahren entwickelt?

Dr. Margarete Schweizer: Die Zusammenarbeit  zwischen Kultur und Schule steht im Zentrum des Kinder zum Olymp!-Wettbewerbs. Mit der ersten Ausschreibung 2004 wollten wir die Schulen dazu ermutigen, mehr verbindliche Kooperationen mit Kultureinrichtungen und Künstlern einzugehen, um für  Schülerinnen und Schüler mehr Chancen auf Kunst und Kultur zu schaffen: ein breites kulturelles Angebot und viele Möglichkeiten zum aktiven Mitwirken. Jedes Jahr beteiligen  sich konstant zwischen 800 bis 1000 Schulen mit ihren Kulturpartnern aus ganz Deutschland  mit Projekten in den Sparten Bildende Kunst, Architektur und Kulturgeschichte, Film, Fotografie und Neue Medien, Literatur, Musik und Musiktheater, Tanz und Theater.

kulturstimmen.de Wer ist die Zielgruppe und welche Projekte werden gefördert?

Dr. Margarete Schweizer: Die Ausschreibung richtet sich an alle allgemein bildenden Schulen in Deutschland und an die Deutschen Auslandsschulen, sie sich mit ihren kulturellen Kooperationsprojekten bei uns bewerben können. Willkommen sind auch Teilnehmer aus dem deutschsprachigen Ausland. Ebenso sprechen wir Künstler und Kultureinrichtungen an, die sich wiederum mit ihren Schulkooperationen anmelden können. Im Wettbewerb werden Projekte ausgezeichnet, die bereits stattgefunden haben – d.h. gelungene Kooperationen werden prämiert. Kinder zum Olymp! ist kein Förderwettbewerb, bei dem Konzepte ausgezeichnet werden, die dann mit dem Preisgeld umgesetzt werden.

kulturstimmen.de: Welche Kriterien gibt es bei der Auswahl der Projekte und bis wann können sich Interessierte bewerben?

Dr. Margarete Schweizer: Für die Teilnahme am Wettbewerb haben wir eine Reihe von Kriterien entwickelt, die die Projekte erfüllen müssen, wenn sie die  Endrunde des Wettbewerbs erreichen wollen. Hier sind sie:

1. Prämiert werden gemeinsame Projekte von Schulen und Kulturinstitutionen/schulexternen Künstlern. Eine intensive künstlerische/kulturelle Kooperation für die Dauer des Projekts muss gegeben sein, technische Unterstützung allein reicht nicht aus.

2. Teilnehmen können Klassen, Kurse, Arbeitsgemeinschaften oder Schulprojekte (nicht: Solistenprojekte/ einzelne Schüler).

3. Das Projekt sollte als Schulveranstaltung in den Schulkontext eingebettet sein und der Wettbewerbsbeitrag als Facharbeit/besondere Leistung im Unterricht angerechnet werden können.

4. Um an der Vorauswahl des Wettbewerbs teilnehmen zu können, muss eine aussagekräftige und ausführliche Projektbeschreibung über die Webseite www.kinderzumolymp.de eingereicht werden. Die aktive Mitwirkung der Schüler an Konzeption und Durchführung des Projekts sowie die Rollen von Kulturpartner und Schule in der Kooperation müssen klar erkennbar sein.

5. Der Preis wird für durchgeführte und laufende Projekte vergeben. (Frühestmöglicher Projektstart: Schuljahresbeginn 2011/2012, spätester Projektabschluss: 1. Mai 2013.) Projekte, die bereits teilgenommen haben, können nicht noch einmal eingereicht werden.

6. Das Konzept muss übertragbar und alltagstauglich sein – gute Ideen, wie wir sie suchen, sind weder von einem großen Budget abhängig noch zwangsläufig mit einem spektakulären Event verknüpft.

7. Gesucht sind nachhaltige Projekte, die über einen längeren Zeitraum im Schuljahr verankert sind: Einzelne Projekttage ohne intensive Vor- und Nachbereitung gehören nicht dazu.

Wir haben zwei verbindliche Termine: Bis zum 30. November läuft die Anmeldefrist – ausschließlich über unsere Internetseite www.kinderzumolymp.de.  Die Teilnehmer erhalten bei der Anmeldung eine Benutzerkennung, mit der sie sich auf unserer Internetseite einloggen und dort ihre Projekte schriftlich und bildlich dokumentieren können.  Bis zum 15. Februar nächsten Jahres muss der Eintrag im Online-Fragebogen fertig sein.

kulturstimmen.de: Wer es auf die Spitze des Olymps geschafft hat wird belohnt. Welche Preise werden vergeben?

Dr. Margarete Schweizer: Insgesamt werden 30 Geldpreise ausgelobt. Pro Sparte werden in der Regel vier Preise à 1.000 Euro vergeben – jeweils ein Preis für jede Altersgruppe.
Vier Vertreter jedes Preisträgerprojekts – ein Lehrer, ein Vertreter des Kulturpartners und zwei Schüler – werden  zur Preisverleihung im September 2013 nach Berlin eingeladen.
Bei dieser Veranstaltung wird auch der Gesamtsieger, den die Jury aus dem Kreis der 30 Preisträger ermittelt hat,  bekanntgegeben und mit 5.000 Euro ausgezeichnet

© Kulturstiftung der Länder / Foto: Stefan Gloede

kulturstimmen.de: Kinder zum Olymp! – eine recht hochgreifende Forderung. Hätte Kinder zum „Kahlen Asten“ nicht auch gereicht, statt gleich göttliche Höhen zu besteigen?

Dr. Margarete Schweizer: Nichts gegen den Kahlen Asten – aber wir finden, dass der Olymp das reizvollere Ziel ist!  Der legendäre Berg der Götter steht darüber hinaus für Vieles, was wir wichtig finden: Er steht für einen steilen, vielleicht mühsamen Aufstieg, aber auch für die Belohnung:  für den großen Aus- und Überblick, der am Ende eines solchen Aufstiegs steht. Und den zu bekommen wir allen Kinder und Jugendlichen wünschen: Sie sollen die Chance  erhalten,  ihre eigene Kreativität zu entdecken, Kenntnis und Freude an Kunst und Kultur gewinnen. Unsere kulturellen Reichtümer sind für alle da – deshalb votieren wir für einen Platz auf dem Olymp nicht nur für Götter, sondern ganz besonders auch für Kinder und Jugendliche.

REDAKTION Andrea Wenger | Hinterlasse einen Kommentar

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