Friedensverhandlungen?

Die Diskussionen über die Anpassung des Urheberrechts an die Ansprüche einer digitalen Gesellschaft reißen nicht ab. Besonders für den Kulturbereich sind Fragen nach der angemessenen Vergütung geistigen Eigentums zentral.

In der aktuellen Ausgabe von epd-Medien erschien der Artikel »Digitalisierung: Frieden mit den Kulturnutzern im Netz schließen« von Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates. Zimmermann spricht sich dafür aus, dass der Kulturbereich Frieden mit den Kulturnutzern im Netz schließen solle. »Die Herausforderung der nächsten Jahre besteht darin, endlich flächendeckend tragfähige Modelle zu entwickeln, um im Internet kultur- und kreativwirtschaftliche Güter gegen Entgelt anbieten zu können«. Selbstverständnlich, so Zimmermann weiter, müssen »Urheber und Verwerter […] einen angemessenen wirtschaftlichen Ertrag aus der Nutzung der Werke ziehen können. Nur dann wird es ihnen möglich sein, in weitere Produkte und Dienstleistungen investieren zu können.«

Als Reaktion auf den Beitrag in epd-Medien sprach die Piratenpartei Deutschland dem Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates ihre »Hochachtung für sein Friedensangebot an die Kulturnutzer im Netz aus«. »Der Vorstoß von Zimmermann ist ein großer und mutiger Schritt gegen viele Widerstände, der unseren höchsten Respekt verdient. Wir begreifen die Offensive gleichzeitig als Einladung, den von uns begonnenen Urheberrechtsdialog engagiert weiterzuführen«, so Bruno Kramm, Beauftragter für Urheberrecht der Piratenpartei Deutschland.

Bereits Anfang Juni lud die Piratenpartei zu einem ersten Runden Tisch Urheber- und Leistungsschutzrecht in Berlin ein, an dem auch der Deutsche Kulturrat teilnahm. Damals sahen Piraten und Kulturrat die Kommerzialisierung des Netzes durch Google, YouTube und Co. mit großer Sorge.

  • In der nächsten Ausgabe von Politik & Kultur, Zeitung des Deutschen Kulturrates, die Ende August erscheint, wird das Thema Urheberrecht erneut als zentraler Bestandteil der aktuellen kulturpolitischen Debatten aufgegriffen. Als Autoren äußern sich: Frank Simon-Ritz, Direktor der Universitätsbibliothek Weimar, Mitglied im dbv-Vorstand und Sprecher der Deutschen Literaturkonferenz und Bruno Kramm, Beauftragter für Urheberrecht der Piratenpartei.
REDAKTION Stefanie Ernst | Hinterlasse einen Kommentar

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