Bunt statt Braun

Bunt statt Braun. Farbe tragen, Farbe bekennen- gegen Rechtsradikalismus.

Unter diesem Motto soll der 23. Mai am Gymnasium Julianum in Helmstedt stehen.
Schülerinnen und Schüler wollen sich bunt kleiden, ihre politische Vielfalt betonen. Mit Ausnahme der Farbe braun. So will die Schule zeigen, dass sie die Morde der Zwickauer Terrorzelle ablehnt, sich gegen den Rechtsradikalismus ausspricht.

Einen ganzen Tag lang soll das Projekt gehen, Schüler aller Jahrgangsstufen nehmen teil.
Regionale und überregionale Medienvertreter sollen eingeladen, Ideen der Schüler auf einer Bühne vorgetragen werden. Ob Gedichte, kleine Theaterstücke oder Lieder. Der Kreativität und Eigeninitiative der Gymnasiasten sollen keine Grenzen gesetzt sein.

Denn genau das ist unter anderem ein Punkt, auf den das Konzept abzielt. Das Engagement der Schüler verstärkt fördern, denn sie sind es, die Deutschland bunt wollen, sie sind es, die Toleranz fordern.
Höhepunkt des Tages soll eine Menschenkette der Teilnehmer sein. Rund um die Schule sollen sich die farbenfrohen Schüler verteilen und sich an der Hand nehmen, um zu zeigen, dass der Rechtsradikalismus in Deutschland keine Chance hat.

Ideengeber ist Johann Voß, Lehrer am Julianum. Teilnehmer sind alle Schüler des Julianums und der benachbarten Ludgeri-Grundschule sowie Lehrer und Mitarbeiter dieser Schulen. Begeisterte Zusprache gab es vor allen aus den Reihen der Politikleistungskurse in der Oberstufe. Die Organisation des Projektes läuft auf Hochtouren, die Ideen sind vielfältig. Sie reichen von Plakaten, über Theaterstücke und die Gestaltung der Menschenkette bis hin zu der Dokumentierung mit Video und Film. Bereits zahlreiche Lehrer werden von Schülern angesprochen, wollen sich der Idee gerne anschließen und geben dabei noch unzählige weitere Impulse.
Damit geht eine klare Botschaft an die Öffentlichkeit. Das Julianum und  Ludgeri mit seinen Lehrern, Mitarbeitern und Schülern werden nicht hinnehmen, dass Menschen durch den Rechtsradikalismus ihr Leben lassen mussten. Die Schulen werden dafür kämpfen, dass Freiheit in Deutschland weiterhin besteht und das Füreinander-Einstehen ein lohnendes Ziel bleibt.

“Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten holten, habe ich geschwiegen, ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Juden holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Jude.
Als sie mich holten, war niemand mehr da, der seine Stimme hätte erheben können.”
Berühmte Worte von Martin Niemöller, einem Theologen, der gegen den Nationalsozialismus kämpfte.
Und genau das wollen die jungen Helmstedter beweisen: Dass sie nicht zusehen werden, sondern aktiv etwas unternehmen wollen.

Und übrigens, der 23. Mai ist der Tag, an dem 1949 das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland unterzeichnet wurde. Noch ein Zeichen.

Zum Gymnasium geht´s hier.

REDAKTION Stefanie Ernst | 1 Kommentar
  1. Das Gedenken an die Zeit des Nationalsozialismus und auch die Demonstration gegen die heutigen rechtsradikalen Gruppierungen sind gute Ziele für jeden, der sich mit Politik befasst. Euer Engagement ist wieder einmal unübertrefflich.
    Macht weiter so!
    Jaaaa Peter, weitermachen!

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