!SING – DAY OF SONG: Singen Sie auch mit?

!SING – DAY OF SONG verband im Kulturhauptstadtjahr 2010 für ein Wochenende die gesamte Metropole Ruhr durch Gesang. 2011 wurde die Idee des gemeinsamen Singens bereits eigeninitiativ in einigen Städten wiederholt. Am 2. Juni 2012 wird es eine Neuauflage von !SING – DAY OF SONG geben unter der Trägerschaft der Ruhr Tourismus GmbH. Im heutigen Kurzinterview stellt Pressereferentin Hella Sinnhuber !SING – DAY OF SONG vor.

kulturstimmen: Was genau ist !SING – DAY OF SONG?

Hella Sinnhuber: !SING – DAY OF SONG war ein Großprojekt der Kulturhauptstadt 2010. Alle waren eingeladen, mitzusingen. Alle Kulturen und Generationen, Profis und Amateure, kurz: ein wunderbares Angebot zur aktiven kulturellen Teilhabe. Es wurde von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang gesungen auf Plätzen, in Bussen, auf Schiffen, in sozialen Einrichtungen, etc. Über 25.000 Sängerinnen und Sänger beteiligten sich im Rahmen von rund 600 Auftritten an vier Tagen in 49 Städten. Die öffentlich-rechtlichen und privaten Sender unterstützten das Gesangfestival landesweit und übertrugen im Hörfunk am !SING – DAY OF SONG ein gemeinsames Sing-Signal um 12.10 Uhr nach dem Leuten der Kirchturmglocken. Unzählbar viele Menschen haben mitgesungen.

2012 gibt es eine Neuauflage, die noch mutiger wird und auch „Noch-nicht-Sänger“ mit einbezieht. Singen kann jeder, es kostet nichts mitzumachen und der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt. Wieder sind alle eingeladen mitzusingen, ob weltliche, kirchliche, professionelle Institutionen oder noch gar nicht organisierte Einzelsänger und Ensembles.

kulturstimmen: Welche Philosophie liegt einem Tag des gemeinsamen Singens zugrunde?

Hella Sinnhuber: Singen ist eine universelle Sprache, tief in uns verankert und berührend auf vielen Ebenen. Es ist einerseits die persönliche Begegnung mit der eigenen Stimme, andererseits das Erleben der eigenen Stimme in der Gemeinschaft und das sich Einlassen auf neue, gemeinsame Lieder. Die Verbindung durch Gesang in 53 Städten ist darüber hinaus absolut identitätsstiftend und löst ein völlig neues Wir-Gefühl in der Metropole Ruhr aus. Auf institutioneller Ebene führt !SING – DAY OF SONG renommierte Verbände, Hochschulen und Institutionen zusammen und zeigt, was hier möglich ist: nach innen und ebenso nach außen. Mit der neuen Trägerschaft durch die Ruhr Tourismus GmbH bekommt das Gesangfestival eine weitere, nachhaltige Komponente: In oder um rund 3.500 Industriedenkmälern, 200 Museen, 120 Theatern, 100 Kulturzentren, 100 Konzertsälen, 2 großen Musicaltheatern in 53 Städten kann gesungen werden. Eine tolle Gelegenheit, sich ein zeitgemäßes Bild vom heute grünen Ruhrgebiet zu machen und auch selber mitzusingen.

kulturstimmen: „Verbindung durch Gesang“ lautet das Motto des !SING – DAY OF SONG 2012. Wie schaffen Sie es, Jung und Alt, Profi-Musiker und Laien-Sänger, Ensembles und Solisten miteinander zu verbinden?

Hella Sinnhuber: Das Gesangfestival schafft Spielräume für alle, für Profis, Laien und kleine Gruppen. Der Phantasie sind keine Grenzen gesetzt, ob Stand Up oder mit Exzellenz-Konzerten. Ob mit einer „Orchesterkaraoke“ im Musiktheater im Revier in Gelsenkirchen, einem „Duisburg wünscht sich was – Konzert“ im Theater Duisburg oder Piratenliedern im Bermuda-Kneipen-Dreieck in Bochum. !SING Bar ist eine neue Rubrik, die auch Kneipen und Bars für kurze „Mitsing-Impulse“ öffnet. Ein Schwerpunkt liegt 2012 auf Kindergärten und Grundschulen. Sie stehen mit der Rubrik !SING kinder und !SING schule im Mittelpunkt und bekommen jeweils 12 Lieder zur Verfügung gestellt. In allen Städten und Kommunen gibt es vor Ort Ansprechpartner, die die lokalen Aktionen abstimmen und zusammenführen.

Die Kooperation z.B. mit dem Chorverband und den Hochschulen gewährleistet die Qualität des Gesangfestivals und die Ansprache vieler Gruppen, die wir selber nicht alle erreichen würden. Ebenso tragen  Kooperation beispielsweise mit  „Jugend Singt!“, der Sängerjugend im ChorVerband Nordrhein-Westfalen e.V., dem 6. Internationalen Gospelkirchentag, dem Klangvokal Musikfestival in Dortmund oder auch dem zyklisch stattfindenden Diözesankirchenmusiktag im Bistum Essen dazu bei, alle Kräfte zu bündeln und sich einem gemeinsamen Ziel – dem gemeinsamen Singen – zu widmen. Aufgrund der guten Zusammenarbeit in 2010 waren alle gerne bereit, ihre Veranstaltungen rund um den 2. Juni, den !SING – DAY OF SONG 2012 zu planen, ein Teil zu werden, sich zu verbinden.

kulturstimmen: Die Metropole Ruhr ist ein kultureller Schmelztiegel. Wie transportieren Sie diesen interkulturellen Geist am 2. Juni 2012?

Hella Sinnhuber: Viele Menschen, ob ganz normaler „Ruhrie“ oder Beteiligter bei !SING – DAY OF SONG haben ja ohnehin eine Migrationsgeschichte, das ist Normalität, darüber denkt niemand mehr nach. Mit !SING twins werden auch wieder Chöre aus den Partnerstädten anreisen. Die interkulturelle Begegnung vor Ort gestaltet sich aus eigenen Kräften, es sind ja alle eingeladen. Interkultur wird gelebt. Bei der Auswahl der Lieder um 12.10 Uhr gibt es zum Teil auch türkische, englische und französische Texte – und das beste am Singen: es verbindet die Kulturen. !SING – DAY OF SONG ist somit ein Projekt, das schon alleine deshalb offen ist für alle.

kulturstimmen: Wie verschaffen Sie sich in einem so großen Einzugsgebiet mit hoher kultureller Dichte wie der Metropole Ruhr die nötige Aufmerksamkeit zur Vermittlung des Mehrwertes von !SING – DAY OF SONG?

Hella Sinnhuber: Indem wir so viele Multiplikatoren, Medien und Kooperationspartner wie möglich ins Boot holen und die Ruhr Tourismus GmbH sehr viel unternimmt, das Gesangfestival auch national und international bekannt zu machen. Der SING-Virus hat 2010 das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und Gänsehautstimmung ausgelöst, auch bei den Journalisten. Mittlerweile setzen sich sogar Zeitungsredakteure ein, um !SING – DAY OF SONG in ihrer Stadt zu unterstützen. Singen macht einfach Spaß und ist unkompliziert. Für 2012 bietet DAY OF SONG nachhaltig die Möglichkeit, die Kulturmetropole zum Resonanzkörper der „singenden Energie“ werden zu lassen. Das Ziel ist erreicht, wenn überall auch die ersten Bürger der Stadt für die Verbindung der Metropole Ruhr durch Gesang den Ton angeben und einen Beleg für die Verbindung schaffen.

Die Fragen für kulturstimmen stellte Theresa Brüheim, Deutscher Kulturrat.

REDAKTION Stefanie Ernst | Hinterlasse einen Kommentar

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