Neues aus der musik-welt!

An der Universität Hildesheim startet in Kürze der neue Studiengang „musik-welt“. Die Anmeldung ist bis zum 1. November möglich. Was dieser Studiengang bereithält, darüber gibt die Projektleitung des Studiengangs, Morena Piro, im Kurzinterview Auskunft.


Stefanie Ernst: Was ist das Besondere, das Neue des Studienganges „musik.welt“?
Morena Piro: Der Studiengang „musik.welt -Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“ ist in vielerlei Hinsicht etwas ganz Besonderes. Es ist ein gefördertes, bundesweit einzigartiges Pilotprojekt, das Studierenden mit vielfältigen Profilen, kulturellen Kompetenzen und unterschiedlicher Herkunft zusammenbringt.

Um möglichst vielen Interessierten den Zugang zu dem berufsbegleitenden Fort- und Weiterbildungsstudium „musik.welt“ zu ermöglichen, gibt es zwei Abschlüsse mit unterschiedlichen Zugangsvoraussetzungen.

So kann man auf Zertifikat studieren oder sein Studium mit dem Master of Arts abschließen. Die Stiftung Niedersachen hat eigens zur Förderung der kulturellen Vielfalt durch Musik das Programm „musik.welt@niedersachsen“ entwickelt, unter diesem Dach entstand der Studiengang. Bei der Entwicklung des Konzeptes und der Inhalte wurde von der Stiftung Niedersachsen von Anfang an darauf geachtet, auf einen Bedarf zu reagieren und möglichst vernetzt mit unterschiedlichen Kompetenzen zu arbeiten. Prof. Dr. Raimund Vogels, Musikethnologe und Direktor des Center for World Music, unterstützte das Programm und leitet die „musik.welt“ Projektentwicklung. Nach einem intensiven Recherchejahr waren neben der Stiftung Universität Hildesheim und dem Center for World Music noch die Hochschule für Musik und Theater Hannover, die Hochschule für Musik in Detmold, die Leuphana Universität in Lüneburg und die TU Dortmund an der Entwicklung beteiligt. So ein gefördertes Gemeinschaftswerk zur Stärkung der kulturellen Vielfalt ist bislang einzigartig in Deutschland und deshalb etwas ganz Besonderes.

Ernst: Worin genau bestehen die Ausbildungsinhalte?
Piro: Die „musik.welt“ Seminare finden pro Semester in einer mehrtätigen Blockveranstaltung und an vier Wochenenden statt und sind so hoffentlich auch für Berufstätige zu organisieren. Als Fortbildung können die „musik.welt“-Module einzeln oder als komplettes Studium mit Zertifikat bescheinigt werden. Zugangsvoraussetzung ist hier das Bestehen der Eignungsprüfung.

Bei vorhandenem Bachelor-Abschluss, einjähriger Berufserfahrung und Bestehen der Eignungsprüfung kann das Studium mit dem Master of Arts abgeschlossen werden. Das Studium setzt sich aus sieben Modulen zur Vermittlung der Studieninhalte zusammen.

Ausbildungsinhalte sind vielfältig, z.B. Interkulturelle Musikpädagogik, Elementare Musikpädagogik, Musik und Soziale Arbeit, Projektorganisation, Instrumentaler Einzelunterricht mit einem der eigenen Kultur fremden Musikinstrument. Wichtig ist uns der Mix aus wissenschaftlich-theoretischem Lernen und praxisorientierten Workshops. Bereits während des Studiums erhalten die TeilnehmerInnen die Möglichkeit, die erworbenen Kompetenzen unmittelbar in die Praxis umzusetzen. So besteht das Modul 7 aus der Konzeption und Durchführung eines eigenen Projektes.

Ernst: An welche Zielgruppe richtet sich das Studium vorrangig?
Piro: Das Studium richtet sich an alle Musikbegeisterte, die die Vielfalt und das Potential der Musik für ihre Arbeit erkannt haben. HerzblutmusikerInnen, die vielleicht als SozialarbeiterInnen, PädagogInnen oder ErzieherInnen arbeiten. Wir richten uns aber natürlich auch an ausgebildete MusikerInnen, die in einer Musikschule oder in einem Orchester arbeiten. Wir wünschen uns eine möglichst heterogene Gruppe von Studierenden. Wir kennen keine Grenzen Alter, Herkunft, Ausbildungsgrad, Religion je vielfältiger desto besser!


Ernst: Inwiefern findet sich die kulturelle Vielfalt im Lehrplan wieder?
Piro: Die Kulturelle Diversität wird als Chance erkennbar gemacht und als unmittelbar eigene Erfahrung in den praktischen Modulen erlebt. Die kulturelle Vielfalt findet sich in jedem Modul in jedem Seminar wieder, auf der theoretischen Ebene, auf der musikpädagogischen Ebene und natürlich auf der praktischen Ebene.

Vom Erlernen eines der eigenen Kultur fremden Instruments bis hin zur theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema Musik im interkulturellen Kontext: Die Auseinandersetzung von kultureller Vielfalt ist stets Inhalt und Ziel.

Ernst: Welche Berufe sollen die Absolventen nach Beendigung ihres Studiums
einschlagen?
Piro: Diese Maßnahme wurde entwickelt, um wichtige Kompetenzen im Feld kulturelle Bildung und des globalen Lernens zu vermitteln und um neue berufliche Möglichkeiten zu eröffnen. Der Studienabschluss qualifiziert für die Ausübung von Tätigkeiten in den Bereichen Bildung, Kultur und Soziales. Praxisfelder für „musik.welt“ AbsolventInnen können z.B. sein: Schule im Ganztagsbereich, Kindertagesstätten, freie Jugendarbeit, Kulturelle Einrichtungen, Musikschulen, Projekte im Bereich Sozialpädagogik und in der Sozialen Arbeit allgemein, frühkindliche Bildung, Migrationsarbeit oder in der Erwachsenenbildung.

Mehr Informationen zum Studium:
www.musikwelt-niedersachsen.de
Anmeldung bis zum 1. November möglich
Morena Piro ist Projektleitung des Studiengangs „musik.welt – Kulturelle Diversität in der musikalischen Bildung“

REDAKTION Stefanie Ernst | 3 Kommentare
  1. 1 | Hans Walter

    Ernst: Inwiefern findet sich die kulturelle Vielfalt im Leerplan wieder?

    Liebe Frau Piro,
    ich freue mich sehr, dass Sie bei diesem wunderschönen Projekt mitmachen!! Vielleicht hören und sehen wir uns mal wieder.
    Ich wünsche Ihnen viel Erfolg!!
    Den kleinen, aber bei der inhaltlichen Bedeutung des Studienganges nicht unwesentlichen Schreibfehler sollten Sie ganz schnell verbessern.

    Herzliche Grüße
    Ihr
    Hans Walter

  2. 2 | Stefanie Ernst

    Lieber Herr Walter,
    huch, genau, Lehrplan. In meinem Kopf dreht sich so vieles um Löcher in der Kulturfinanzierung und um leere Haushalte, da ging etwas durcheinander.
    Danke sehr! Und beste Grüße
    Stefanie Ernst

  3. 3 | Morena Piro

    Lieber Herr Walter,
    vielen Dank!
    Wir vermissen Sie im Kultusministerium!
    Herzliche Grüße
    Morena Piro

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