Dresdner Erklärung der deutschen Architektenschaft verabschiedet


Im Anschluss an den Deutschen Architektentag 2011 hat sich die Bundeskammerversammlung, das höchste Beschlussorgan der deutschen Architektenschaft, am 15. Oktober in Dresden versammelt. Auf dem jährlichen Treffen der Präsidenten und Delegierten aus den Architektenkammern aller Bundesländer wurde als Ergebnis die Dresdner Erklärung verabschiedet.

Darin bekennen sich die deutschen Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner ausdrücklich zu ihrer Verantwortung für die ganzheitliche und nachhaltige Gestaltung der gebauten Umwelt. Gleichzeitig richten sie drei zentrale Forderungen an die Politik:

  • eine umfassende Baukulturpolitik, entwickelt aus der Leipzig Charta, und eine entsprechende Städtebauförderung,
  • eine bessere Förderung ganzheitlicher Lösungsansätze für eine nachhaltige bauliche Entwicklung sowie die Bereitstellung entsprechender Forschungsmittel,
  • kompetente und leistungsstarke Bauverwaltungen sicher zu stellen.

Nachstehend ist der Wortlaut der Erklärung abgedruckt:

Die deutschen Architekten, Innenarchitekten, Landschaftsarchitekten und Stadtplaner bekennen sich ausdrücklich zu ihrer Verantwortung für die ganzheitliche und nachhaltige Gestaltung der gebauten Umwelt. Diese Verantwortung kann nur erfolgreich wahrgenommen werden, wenn auch private und öffentliche Bauherren ihren Teil der Verantwortung erkennen und umsetzen, denn Architektur und Bauen sind nie nur privat, sondern immer auch öffentlich.


1. Die Zukunft entsteht in der Stadt
Nie hat ein so großer Anteil der Menschen in städtischen Strukturen gelebt und der Anteil steigt unentwegt. Wohnen, Arbeiten, Bildung, Kultur, Gesundheit und Sicherheit: Die Stadtgesellschaft erwartet von ihrer Stadt die optimale Erfüllung dieser Anforderungen. Zu den Kernkompetenzen der Architekten und Stadtplaner gehört es, der Architektur und Stadtgestaltung ihren bestmöglichen strukturellen und ästhetischen Rahmen zu geben. Sie nehmen ihre Aufgaben im Zusammenwirken mit Gesellschaft und Politik wahr.

Der Deutsche Architektentag 2011 fordert von der Bundesregierung und den Bundesländern, sich engagierter den gemeinsamen Herausforderungen in den Städten zuzuwenden. Dazu brauchen wir eine umfassende Baukulturpolitik, entwickelt aus der Leipzig Charta, und eine entsprechende Städtebauförderung.


2. Mehr Fachkompetenz ist notwendig
In einer äußerst komplexen Welt denken Architekten und Stadtplaner mit der Gesellschaft voraus, um frühzeitig optimale Lösungen für die vielfältigen Planungsaufgaben entwickeln zu können. Hierfür brauchen sie kenntnisreiche Partner auf Auftraggeberseite, die sich durch gleichermaßen verantwortliches Handeln auszeichnen.

Der Deutsche Architektentag 2011 fordert von Bund, Ländern und Kommunen, eine
kompetente und leistungsstarke Bauverwaltung sicher zu stellen


3. Die zukunftsfähige Architektur als Ziel
Es ist eine bleibende Aufgabe, die zukunftsfähige Architektur ganzheitlich in ökonomischer, ökologischer und soziokultureller Hinsicht weiter zu entwickeln. Planen und Bauen sind dabei nicht nur Funktion, sondern auch Idee, Schönheit und Emotion. Einzelbetrachtungen, beispielsweise dem Klimawandel allein durch Fassadendämmung von Gebäuden zu begegnen, führen in eine Sackgasse. Die Architekten und Stadtplaner bieten ganzheitliche Lösungen, von der Region über die Stadt, das Quartier bis hin zum Einzelbauwerk.

Der Deutsche Architektentag 2011 fordert die Bundesregierung auf, ganzheitliche Lösungsansätze für eine nachhaltige bauliche Entwicklung in Stadt und Land intensiver zu fördern und die entsprechenden Mittel hierfür bereit zu stellen.

Information: Bundesarchitektenkammer, Corinna Seide

REDAKTION Stefanie Ernst | Hinterlasse einen Kommentar

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