Museumsschließung: kappt Charité ihre Wurzeln?

Berliner Medizinhistorisches Museum

Deutscher Kulturrat besorgt über Nachrichten zur möglichen Schließung des Medizinhistorischen Museums der Charité

Der Deutsche Kulturrat, der Spitzenverband der Bundeskulturverbände, ist besorgt über Meldungen einer möglichen Schließung des Medizinhistorischen Museums der Charité. Die Charité, Berlins renommierte Universitätsklinik, sieht sich offensichtlich nicht mehr in der Lage, das Medizinhistorische Museum mitzufinanzieren. Das Medizinhistorische Museum beherbergt 14.000 Objekte. Dazu gehören Medizininstrumente ebenso wie pathologische Präparate. Die ältesten Präparate sind 300 Jahre alt. Das Museum geht auf die Sammlung des berühmten, in der Charité wirkenden Pathologen Rudolf Virchow zurück. Es wurde 1899 eingeweiht. Virchows Ziel war, über die Entstehung und den Verlauf von Krankheiten zu informieren.

Der Vorstand der Charité bemängelt, dass sich das Medizinhistorische Museum nicht alleine aus dem Erlös von Eintrittskarten finanzieren kann. Er sieht sich nicht länger in der Lage das Museum aus eigenen Mitteln zu finanzieren.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „Ein Museum wie das Medizinhistorische Museum mit seinem natur- und kulturwissenschaftlichen Anspruch, kann sich nicht allein aus Eintrittsgeldern finanzieren. Es gibt daher in Deutschland die gute Tradition der öffentlichen Förderung solcher Institutionen. Die Charité würde mit der Schließung des Medizinhistorischen Museums ihre Wurzeln kappen. Der weltweit hervorragende Ruf der Charité als Klinik und als Ausbildungsstätte für Ärzte und viele andere medizinische Berufe beruht auch auf ihrer Tradition, die mit Namen wie Rudolf Virchow verbunden ist. Das Medizinhistorische Museum zeigt in seinen Ausstellungen die kulturelle Dimension von Krankheit und Tod und den Umgang damit. Es ist ein hervorragendes Beispiel, um zu zeigen, wie eng Natur- und Kulturwissenschaften verbunden sind und dass es darum gehen muss, diese Verbindungen stärker als bislang herauszustellen.“

REDAKTION Stefanie Ernst | Hinterlasse einen Kommentar

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