50 Jahre türkische Migration: Teilhabe an Kunst und Kultur vorantreiben

Olaf Zimmermann, Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Didem Yüksel: Mitglied des Bundesvorstandes der Türkischen Gemeinde in Deutschland und Kenan Kolat, Bundesvorsitzender Türkische Gemeinde in Deutschland

Heute stellten der Deutsche Kulturrat und Türkische Gemeinde in Deutschland gemeinsam das aktuelle puk-Dossier „50 Jahre türkische Migration“ vor. Die Medienresonanz war groß. Deutscher Kulturrat und Türkische Gemeinde in Deutschland werden in Zukunft enger zusammen arbeiten. Am 30.10.1961 schloss die Bundesrepublik Deutschland mit der Regierung der Türkischen Republik ein Abkommen über die „Anwerbung und Vermittlung ausländischer Arbeitnehmer“ ab. Im Jahr 2011 jährt sich dieses Datum zum 50. Mal. In der politischen und gesellschaftlichen Debatte wurden aus den „Gastarbeitern“ von einst heute Menschen mit Migrationshintergrund. Das Dossier „50 Jahre türkische Migration“ befasst sich mit den einzelnen Etappen der Debatten um Zuwanderung, um Integration und um kulturelle Vielfalt.

Mit dem Dossier beabsichtigt der Deutsche Kulturrat eine Versachlichung der Debatte über das Zusammenleben in Deutschland. Das Dossier soll die kulturelle Vielfalt in Deutschland aufzeigen und Gespräche über das Miteinander in unserem Land anregen. Zugleich soll das Dossier dazu beitragen, Vorbehalte und Ängste gegenüber dem vermeintlich Fremden abzubauen.

An der Vorstellung nahmen Kenan Kolat, Bundesvorsitzender Türkische Gemeinde in Deutschland, und Olaf Zimmermann, Herausgeber von politik und kultur und Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates teil.

Der Bundesvorsitzende der Türkischen Gemeinde in Deutschland, Kenan Kolat, sagte: „50 Jahre türkische Arbeitsmigration in Deutschland ist geprägt von soziokulturellen und sozioökonomischen Veränderungen sowohl in der Gesellschaft als auch in den Lebenslagen der Migrant/innen. Für viele wurde aus dem fremden Land Deutschland „Heimat“. Die gegenseitige Annäherung von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund hat zu einem Zusammenwachsen dieser Menschen geführt und über mehrere Generationen unsere Gesellschaft vielfältiger und bunter gestaltet. Mit dem Satz “Sie haben unser Land bereichert” brachte es Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit zum 50. Jahrestag des Anwerbeabkommens auf den Punkt. Die wirtschaftliche Aufbau- und politische Integrationsleistung der Millionen Zuwanderer seit 50 Jahren soll gewürdigt werden.“

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte: „50 Jahre türkische Migration in Deutschland ist ein Jahrestag mit großer politischer wie kultureller Relevanz für Deutschland. Nun muss es nach fünfzig Jahren Migration aus der Türkei endlich darum gehen, dass die Menschen mit einem türkischen Hintergrund stärker an Kunst und Kultur teilhaben. Auch sie finan-zieren mit ihren Steuergeldern die öffentlich geförderten Kultur- und Bildungs-einrichtungen. Insofern sind es keine Almosen und auch keine besonders gute Tat, wenn überlegt wird, wie Menschen, ob mit oder ohne Migrationshintergrund, die bislang öffentlich finanzierte Kultur- und Bildungseinrichtungen kaum nutzen, stärker einbezogen werden können.“

Die pdf-Version des Dossiers „50 Jahre türkische Migration“ ist kostenlos unter http://www.kulturrat.de/dokumente/interkultur/interkultur12.pdf abrufbar.

REDAKTION Stefanie Ernst | 1 Kommentar
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