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	<title>Kommentare zu: No, we can&#8217;t &#8211; Von Gerd Herholz</title>
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	<description>Plattform für kulturelle Vielfalt</description>
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		<title>Von: Gerd Herholz</title>
		<link>http://kulturstimmen.de/2011/06/no-we-cant-von-gerd-herholz/#comment-252</link>
		<dc:creator>Gerd Herholz</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 19:32:55 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Lieber Johannes Brackmann,
Dank für den freundlichen Kommentar. Natürlich ist das Phänomen der jährlich zu spät kommenden Bewilligungsbescheide fast schon ein alter Hut.
Doch dieses Jahr liegt es anders. 
Normalerweise blieb immerhin noch ein 2-3-monatiger Zeitraum zwischen Bewilligungsbescheid und Projektbeginn oder besser: ersten verbindlichen Verträgen, die zu schließen waren.
Unser Projekt &quot;PoesiePalast Ruhr 2011&quot; begänne Anfang September (wenn es denn begänne), wir müssten jetzt vertragsverbindlich Grafiker/Drucker für die Werbematerialien beauftragen, Kooperationen mit den Städten festmachen, Verträge mit Künstlern und Technikern machen...
Doch  8-9 Wochen vor Beginn eines zumindest deutschsprachig,-international besetzten Projektes weiß ich immer noch nicht, ob, wann und in welcher Höhe die beantragten (und durch einen Erlass zum Vorzeitigen Maßnahmebeginn auch in Aussicht gestellten) Fördergelder tatsächlich kommen. Man munkelt von Bewilligungsbescheiden Mitte/Ende Juli und von gravierenden Kürzungen der in Aussicht gestellten Fördersummen.
Früher war der Vertrauensschutz vom Erlass zum vorzeitigen Maßnahmebeginn bis zum  endgültigem Bewilligungsbescheid gegeben , heute nicht mehr.
Es gibt also keinerlei Planungssicherheit mehr (und wie Joachim Henn richtig schreibt, gilt das für zahlreiche Projekte in NRW). Wir werden nun nach einem Gespräch unseres Vereinsvorstandes mit Geschäftsführung und mir den PoesiePalast Ruhr 2011 tatsächlich absagen, weil wir den möglichen Ausfall von Landesmitteln über das Vereinsvermögen nicht schultern könnten und zudem ja bei gekürzten Landesmitteln dann auch in unserem Projekt die Zuschüsse der Kunststiftung NRW gekürzt würden, die maximal Drittelförderung eines Projektes betreiben. So bricht auch die Finanzierung dann neben der Planungssicherheit an allen Ecken und Ende ein. 
Wie sollen wir&#039;s nennen: Dilemmata, Zwickmühlen, Sackgassen, Double-Bind-Situationen, Techniken der Entwertung (Paul Watzlawick)?]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Lieber Johannes Brackmann,<br />
Dank für den freundlichen Kommentar. Natürlich ist das Phänomen der jährlich zu spät kommenden Bewilligungsbescheide fast schon ein alter Hut.<br />
Doch dieses Jahr liegt es anders.<br />
Normalerweise blieb immerhin noch ein 2-3-monatiger Zeitraum zwischen Bewilligungsbescheid und Projektbeginn oder besser: ersten verbindlichen Verträgen, die zu schließen waren.<br />
Unser Projekt &#8220;PoesiePalast Ruhr 2011&#8243; begänne Anfang September (wenn es denn begänne), wir müssten jetzt vertragsverbindlich Grafiker/Drucker für die Werbematerialien beauftragen, Kooperationen mit den Städten festmachen, Verträge mit Künstlern und Technikern machen&#8230;<br />
Doch  8-9 Wochen vor Beginn eines zumindest deutschsprachig,-international besetzten Projektes weiß ich immer noch nicht, ob, wann und in welcher Höhe die beantragten (und durch einen Erlass zum Vorzeitigen Maßnahmebeginn auch in Aussicht gestellten) Fördergelder tatsächlich kommen. Man munkelt von Bewilligungsbescheiden Mitte/Ende Juli und von gravierenden Kürzungen der in Aussicht gestellten Fördersummen.<br />
Früher war der Vertrauensschutz vom Erlass zum vorzeitigen Maßnahmebeginn bis zum  endgültigem Bewilligungsbescheid gegeben , heute nicht mehr.<br />
Es gibt also keinerlei Planungssicherheit mehr (und wie Joachim Henn richtig schreibt, gilt das für zahlreiche Projekte in NRW). Wir werden nun nach einem Gespräch unseres Vereinsvorstandes mit Geschäftsführung und mir den PoesiePalast Ruhr 2011 tatsächlich absagen, weil wir den möglichen Ausfall von Landesmitteln über das Vereinsvermögen nicht schultern könnten und zudem ja bei gekürzten Landesmitteln dann auch in unserem Projekt die Zuschüsse der Kunststiftung NRW gekürzt würden, die maximal Drittelförderung eines Projektes betreiben. So bricht auch die Finanzierung dann neben der Planungssicherheit an allen Ecken und Ende ein.<br />
Wie sollen wir&#8217;s nennen: Dilemmata, Zwickmühlen, Sackgassen, Double-Bind-Situationen, Techniken der Entwertung (Paul Watzlawick)?</p>
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		<title>Von: Frank Schorneck</title>
		<link>http://kulturstimmen.de/2011/06/no-we-cant-von-gerd-herholz/#comment-251</link>
		<dc:creator>Frank Schorneck</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 13:35:30 +0000</pubDate>
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		<description><![CDATA[Nachdem viele Kommunen bereits - zwangsweise - die freie Szene stiefmütterlich behandeln (schon im sogenannten Kulturhauptstadtjahr ist einiges an Basisarbeit nur mit Selbstausbeutung der Akteure und Mut zu enormem Risiko möglich gewesen), wird nun auch auf Landesebene an denen vorbeigeplant, die zwingend auf Planungssicherheit bauen müssen. Es ist gut, dass Gerd Herholz sein Statement nicht allein auf die Literaturszene beschränkt. Dennoch möchte ich die Tragweite noch einmal unterstreichen, die eine Absage des Poesiepalastes für die Region hätte. Es ist ja nicht nur &quot;dieses eine Literaturbüroprojekt&quot;, das damit stürbe, sondern die zahlreichen Kooperationen in den Kommunen. Stadtbüchereien, literarische Gesellschaften, Theater, Initiativen und weitere Veranstalter haben durch dieses Projekt die Möglichkeit, Autoren und Veranstaltungen in die Ruhrgebietsstädte zu bringen, die ihnen sonst eine Hausnummer zu hoch wären. Wir bewegen uns in eine Richtung, in der ohne privates Mäzenatentum die kleineren Kulturpflänzchen im Schatten der strahlenden Leuchtturmprojekte verkümmern.

Und dass soziale Einrichtungen wie Frauenhäuser oder Bildungseinrichtungen keine Planungssicherheiten bekommen, ist erst recht eine Schande...]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem viele Kommunen bereits &#8211; zwangsweise &#8211; die freie Szene stiefmütterlich behandeln (schon im sogenannten Kulturhauptstadtjahr ist einiges an Basisarbeit nur mit Selbstausbeutung der Akteure und Mut zu enormem Risiko möglich gewesen), wird nun auch auf Landesebene an denen vorbeigeplant, die zwingend auf Planungssicherheit bauen müssen. Es ist gut, dass Gerd Herholz sein Statement nicht allein auf die Literaturszene beschränkt. Dennoch möchte ich die Tragweite noch einmal unterstreichen, die eine Absage des Poesiepalastes für die Region hätte. Es ist ja nicht nur &#8220;dieses eine Literaturbüroprojekt&#8221;, das damit stürbe, sondern die zahlreichen Kooperationen in den Kommunen. Stadtbüchereien, literarische Gesellschaften, Theater, Initiativen und weitere Veranstalter haben durch dieses Projekt die Möglichkeit, Autoren und Veranstaltungen in die Ruhrgebietsstädte zu bringen, die ihnen sonst eine Hausnummer zu hoch wären. Wir bewegen uns in eine Richtung, in der ohne privates Mäzenatentum die kleineren Kulturpflänzchen im Schatten der strahlenden Leuchtturmprojekte verkümmern.</p>
<p>Und dass soziale Einrichtungen wie Frauenhäuser oder Bildungseinrichtungen keine Planungssicherheiten bekommen, ist erst recht eine Schande&#8230;</p>
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		<title>Von: Johannes Brackmann</title>
		<link>http://kulturstimmen.de/2011/06/no-we-cant-von-gerd-herholz/#comment-250</link>
		<dc:creator>Johannes Brackmann</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 11:59:15 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://kulturstimmen.de/?p=3735#comment-250</guid>
		<description><![CDATA[Autor und Kommentator muss gedankt werden. Die Situation ist tatsächlich unerträglich. Allerdings nicht erst seit diesem Jahr. In 2010 bekamen wir unseren Bewilligungsbescheid von der Bezirksregierung am 10.August, also gut zwei Monate vor Beginn unseres deutsch-türkischen Literaturfestivals  Literatürk  2010  in Essen. In den Vorjahren war es auch nicht viel besser. Es bleiben hohe Risiken für die i.d.R. ohnehin  knapp ausgestatteten Kulturakteure; wenn es schief geht, müssen sie die Konsequenzen tragen, und nicht die Zuschussgeber. 

Es wird dringend Zeit, diese Bewilligungspraxis zu ändern - auf Landes- und auf kommunaler Ebene - und das Zuwendungsrecht gleich mit!]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Autor und Kommentator muss gedankt werden. Die Situation ist tatsächlich unerträglich. Allerdings nicht erst seit diesem Jahr. In 2010 bekamen wir unseren Bewilligungsbescheid von der Bezirksregierung am 10.August, also gut zwei Monate vor Beginn unseres deutsch-türkischen Literaturfestivals  Literatürk  2010  in Essen. In den Vorjahren war es auch nicht viel besser. Es bleiben hohe Risiken für die i.d.R. ohnehin  knapp ausgestatteten Kulturakteure; wenn es schief geht, müssen sie die Konsequenzen tragen, und nicht die Zuschussgeber. </p>
<p>Es wird dringend Zeit, diese Bewilligungspraxis zu ändern &#8211; auf Landes- und auf kommunaler Ebene &#8211; und das Zuwendungsrecht gleich mit!</p>
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	</item>
	<item>
		<title>Von: Joachim Henn</title>
		<link>http://kulturstimmen.de/2011/06/no-we-cant-von-gerd-herholz/#comment-249</link>
		<dc:creator>Joachim Henn</dc:creator>
		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 10:24:04 +0000</pubDate>
		<guid isPermaLink="false">http://kulturstimmen.de/?p=3735#comment-249</guid>
		<description><![CDATA[Wie gut, dass hier einer seine Stimme erhebt, differenziert das Gesamtproblem auffächert, über den eigenen Tellerrand hinausschaut und eben nicht nur die eigenen gefährdeten Projekte zu verteidigen sucht, sondern die Mängel im kulturpolitischen Gesamtzusammenhang erkennt, beleuchtet und schleunigst behoben wissen will. Vor dem Hintergrund dieser äußerst unsicheren Existenzgrundlage, die Gerd Herholz deutlich beschreibt, kann man doch gar nicht dankbar genug sein, dass trotz all dieser Widrigkeiten und Hindernisse immer noch so viele &quot;Motoren&quot; im freien (frei wovon? Von Planungssicherheit etwa?) Kulturbereich ihre Ideen, Visionen, Projekte mit Herz und Verstand vorantreiben und sich nicht vom administrativen (? - oder ist das nur eine Schutzbehauptung?) Gegenwind der ausbleibenden Finanzierungszusagen umpusten lassen. Aber der Produktivität förderlich ist dieser Balanceakt auf Dauer gewiss nicht. Die Kräfte der &quot;Motoren&quot; sollten in die kulturelle Arbeit fließen können und sich nicht am Kampf um deren Rahmenbedingungen verschleißen müssen. Bis zur Bedeutungsleere strapaziert man das Zauberwort &quot;Nachhaltigkeit&quot; und lässt ein Jahr nach dem Hochglanz-Vorzeige-Renommier-Sternschnuppen-Projekt &quot;Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010&quot; etliche Projekte, die bewährt für Kontinuität stehen, baden gehen!! Das kann doch wohl nicht wahr sein und ist alles andere als glaubwürdig! Der Artikel von Herholz sollte da als Anstoß zum Umdenken und Umlenken genutzt werden.]]></description>
		<content:encoded><![CDATA[<p>Wie gut, dass hier einer seine Stimme erhebt, differenziert das Gesamtproblem auffächert, über den eigenen Tellerrand hinausschaut und eben nicht nur die eigenen gefährdeten Projekte zu verteidigen sucht, sondern die Mängel im kulturpolitischen Gesamtzusammenhang erkennt, beleuchtet und schleunigst behoben wissen will. Vor dem Hintergrund dieser äußerst unsicheren Existenzgrundlage, die Gerd Herholz deutlich beschreibt, kann man doch gar nicht dankbar genug sein, dass trotz all dieser Widrigkeiten und Hindernisse immer noch so viele &#8220;Motoren&#8221; im freien (frei wovon? Von Planungssicherheit etwa?) Kulturbereich ihre Ideen, Visionen, Projekte mit Herz und Verstand vorantreiben und sich nicht vom administrativen (? &#8211; oder ist das nur eine Schutzbehauptung?) Gegenwind der ausbleibenden Finanzierungszusagen umpusten lassen. Aber der Produktivität förderlich ist dieser Balanceakt auf Dauer gewiss nicht. Die Kräfte der &#8220;Motoren&#8221; sollten in die kulturelle Arbeit fließen können und sich nicht am Kampf um deren Rahmenbedingungen verschleißen müssen. Bis zur Bedeutungsleere strapaziert man das Zauberwort &#8220;Nachhaltigkeit&#8221; und lässt ein Jahr nach dem Hochglanz-Vorzeige-Renommier-Sternschnuppen-Projekt &#8220;Kulturhauptstadt Ruhrgebiet 2010&#8243; etliche Projekte, die bewährt für Kontinuität stehen, baden gehen!! Das kann doch wohl nicht wahr sein und ist alles andere als glaubwürdig! Der Artikel von Herholz sollte da als Anstoß zum Umdenken und Umlenken genutzt werden.</p>
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